





Heute vor 15 Jahren gab es im Atomkraftwerk Fukushima eine Kernschmelze. Neben aller Trauer, Betroffenheit und Wut hat es die Anti-Atom-Bewegung 2011 geschafft, dieses politische Gelegenheitsfenster zu nutzen und den Atomausstieg zu erkämpfen.
„»Windows of opportunity« sind spezifische Momente vorteilhafter politischer Rahmenbedingungen, die einen (Teil-)Erfolg sozialer Bewegungen begünstigen können. Diese Gelegenheitsfenster sind oft nicht von den Bewegungen selbst beeinflusst, sondern werden von außen geöffnet, z. B. durch Unfälle und Naturkatastrophen, politische Entscheidungen oder diskursive Stimmungslagen. Obwohl die Ereignisse nicht immer im Sinne der jeweiligen Bewegung sind (z. B. weil sich ihre dystopischsten Vorhersagen dadurch bewahrheiten), bieten sie die Möglichkeit, ein Thema auf die Agenda zu setzen oder einer Forderung größere Aufmerksamkeit zu verschaffen. Die Aufgabe der Aktivist*innen ist es dann, das Fenster geschickt für sich zu nutzen und es sich nicht wieder schließen zu lassen. Ein Beispiel für ein genutztes Window of Opportunity ist der Super-GAU von Fukushima.“
Ausschnitt aus meinem Buch „Politische Geborgenheit“
Mehr Infos zu Fukushima und zu aktuellen Anti-Atom-Themen gibt es bei http://www.ausgestrahlt.de
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✊ In unregelmäßigen Abständen teile ich Bewegungsgeschichte(n). Darin werfe ich an Jahrestagen einen Blick auf wichtige Protestereignisse in den letzten 20 Jahren, von denen ich mir wünsche, dass sie nicht in Vergessenheit geraten. Als Aktivistin und Protestforscherin erzähle ich persönliche Anekdoten und teile sozialwissenschaftliche Analysen – denn ich bin fest davon überzeugt, dass wir in Sozialen Bewegungen sowohl aus unseren Erfolgen als auch aus unserem Scheitern lernen können.
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